L’Eroica Toskana 2016

Am ersten Oktoberwochenende rumpelten mehr als 7500 “Verrückte” durch die Toskana; Liebhaber von alten Rennrädern, die im Jahr 1987 oder vorher gebaut wurden und mit Rahmenschaltung, Pedalriemen und außenliegenden Bremszughüllen versehen sind. Dazu sind auch die alten Klamotten zu tragen. Es ging über 46, 75, 135 oder gar 209 km.  Micha und Jürgen mit der 75 km-Runde dabei.

Der Name Eroica spielt darauf an, dass alle Absolventen des vollen 209-Kilometer-Kurses tatsächlich etwas Heldenhaftes leisten: Vor allem wegen des fehlenden Straßenbelags auf weiten Teilen der Strecke, und wegen des fortwährenden Auf und Abs über die ach so mild wirkenden Hügel, die nach dem zehnten Anstieg zu Steilwänden werden. Am berüchtigsten sind die drei Steigungen des Monte Sante Marie, „le tre Marie“, hier schieben die meisten Teilnehmer nur noch.

Dazu gehört der Flohmarkt, der den Ausgangsort Gaiole in Chianti am Wochenende vor der Eroica in ein Museum der Radsportgeschichte verwandelt. Er wird zum Fest für fachsimpelnde Velo-Besessene. Haufen von Zweirad-Oldtimern und den dazu gehörenden Trikots, Helmen und Schuhen stehen zum Verkauf.

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Hier hat alles angefangen. Die Gründerinnen und Gründer, der Gewerkschafter Giancarlo Brocci und die anderen, hatten eine Idee: Ein historisches Spektakel des Radsports zu veranstalten, so wie er früher war, mit den Rädern, so wie sie einst gefahren wurden. Also die Stahlrahmen wieder hervorgeholt, auf denen die legendären Rennfahrer Fausto Coppi und Gino Bartali den Radsport einst groß gemacht haben.

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Und so werden auch all die alten blassgrünen Bianchi-Räder wieder aus der Garage hervorgeholt, von denen es hier in Mittelitalien unendlich viele zu geben scheint, immergrüne Bianchis aller Epochen, dazu Colnagos, Faggins, Peugeots, von verwittert bis sorgfältig restauriert.

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Das Dorf liegt im Herzen jener Landschaft, in der der Chianti seinen Ursprung hat, hier bauten schon Etrusker und Römer Wein an, bevor am Ende des Mittelalters die Dörfer um Gaiole in der „Lega del Chianti“ zusammengingen, einem Militärbündnis der Republik Florenz gegen den Erzrivalen Siena, dessen Symbol, der schwarze Hahn, noch heute die Chianti-Flaschen schmückt.

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Es wird ab fünf Uhr gestartet, ein kleines Abenteuer, denn wohl ist Beleuchtung vorgeschrieben, doch das legt jeder aus, wie es ihm behagt. 209 Kilometer müssen zurückgelegt werden. Wobei die reine Entfernung das geringste ist, der Teufel steckt in den unzähligen kleinen und größeren Höhenunterschieden, in den Schlaglöchern und wilden Abfahrten, bei denen die Kiesel spritzen.

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Die Schotterstraßen sind ein weiterer Grund, warum diese Rundfahrt erfunden wurde: Um sie als etwas Schützenswertes herauszustellen, als etwas, das zu dieser Landschaft gehört, und um so viele dieser „strade bianche“ wie möglich vor der Asphaltierung zu retten.

Nach dem Start in Gaiole ruckelt das Feld langsam im Schein von Fackeln durch ein Zypressenwäldchen hinauf zum Castello di Brolio, wo im 19. Jahrhundert Baron Ricasoli erstmals festlegte, in welchem Verhältnis die verschiedenen Rebsorten des Chianti zu verwenden seien: 70 Prozent Sangiovese, 20 Prozent Canaiolo, 10 Prozent weißer Malvasia. Doch es ist zu früh für eine Verkostung, es bleibt keine Zeit, hier schon anzustoßen. Es dunkelt noch und es gilt, Kilometer zu fressen, solange die Beine noch frisch sind.

dsc01938Weiter geht es zur ersten Abfahrt, zur ersten Schotterstraßenübung, bei der die Schlaglöcher und Bodenwellen zu umfahren sind, ohne sich von Rechts- und Linksüberholern aus der Spur bringen zu lassen. Die Fahrkunst dabei scheint dabei darin zu bestehen, das Rad laufen zu lassen, möglichst seine Spur zu halten ohne mit “Ungeübten” auf der reifenbreiten Spur zu kollidieren und den Schwung möglichst mit in die nächste, unweigerlich kommende Steigung mit zu nehmen.

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Alle fluchen und treten, stöhnen, heftig schnaufend weiterstrampelnd – und belohnt werden mit beeindruckenden  Panoramen.  Es geht unabänderlich immer wieder kilometerlange gerade Steigungen hinauf, deren geringste Steigung 8 % beträgt. Normal sind hier jedoch 10 bis 18 %. Schließlich erreicht man nach einer letzten Steigung über knapp 2 km und mindestens 15 % und einer langen Abfahrt und Stunden der Treterei wieder Gaiole. Froh, das das Material gehalten und man einigermaßen Gesund wieder angekommen ist. FAhrzeit ist einem gerade egal, ankommen, ein Bier oder Rotwein und ne Sitzgelegenheit ist entscheidend.

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